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Wie alle habe ich mir ganze fünf Minuten Zeit genommen, um darüber nachzudenken, an welche Partei ich wohl meine Zweitstimme verschenken sollte.

CDU
SPD
Es gibt eine sehr lange Liste von Gründen, aber der neutralste ist, dass eine Stimme für eine der beiden Parteien die Wahrscheinlichkeit einer Großen Koalition erhöhen würde. Weshalb die schädlich ist, lässt sich eben der langen Liste entnehmen. Außerdem kann ich nicht unterstützen dass Steinmeier immernoch mit dieser deutlich zu kleinen Brille herumläuft.
FDP
In Sozialkunde lernten wir dereinst, dass die Wirtschaftsliberalen lediglich eine Strömung bei den Liberalen seien. Welche wohl die anderen sein könnten wäre interessant zu erfahren, denn liberal hört sich ja prinzipiell nach einer guten Sache an, immerhin hat in USA filthy liberal! das etwas angestaubte communist spy! abgelöst. Andererseits würde ich gerne mal ausgearbeitete Konzepte zu dieser extrem marktradikalen Utopie aus Andreas Eschbachs Eine Billion Dollar, die sicherlich auch einen Namen hat, sehen. Neben Tobin-Tax die ja schon diskutiert wird, vor allem die Rolle des Staates als Treuhänder der Natur, so dass Abholzen von Wäldern und Ausstoß von Treibhausgasen zu einem simplen, und angemessen bezahlten, Geschäft mit dem Staat/der Natur würden. Somit schlägt sich die Umweltfreundlichkeit eines Produkts direkt im Preis nieder und wir können die sowieso nur lückenhaften Ökozertifikate vergessen. Mit dem Emissionshandel haben wir schon einen Schritt in die Richtung, allerdings gibt es keinen Grund, die Grenzwerte nicht noch niedriger zu setzen und die Zertifikate zu versteigern. Mit diesem Geld ließe sich dann auch ein angenehmes Grundeinkommen finanzieren.
Linke
Nachdem ja sowieso schon sämtliche Linkskoalitionen ausgeschlossen wurden benötigen wir auch nicht mehr als eine handvoll linke Abgeordnete im Bundestag, welche dann weiter sehr interessante Anfragen stellen können, und Gesetze vorschlagen, die erst abgelehnt und dann kopiert werden.
Piraten
Begehen leider den Fehler, die schwedischen Piraten zu kopieren, die sich explizit als One-Issue-Partei aufstellen und wohl als Königsmacher agieren werden, indem sie mit Sozialdemokraten oder Konservativen koalieren werden, je nachdem wer ihre (wenigen) Programmpunkte möglichst kompromisslos übernimmt. Das ist allerdings ein Luxus, den sie sich hier nicht wirklich leisten können, weil hier eigentlich alle Oppositionsparteien ähnliche Programme haben (Bürgerrechte, irgendwie Netzneutralität, Copyright, und so, was für die Jungwähler, die nicht mit Vollbeschäftigung und Rentenerhöhung zu begeistern sind). Die Piraten haben natürlich Experten. Dass die in der Praxis leider nicht gefragt sind erklärt dieser Artikel in schönstem Soziologensprech. Des weiteren haben sie es nicht geschafft, mich davon zu überzeugen, dass ihr Standpunkt zum Urheberrecht im Grunde wenig mehr als das dünn verschleierte Verlangen ist, halt weiter alles kostenlos aus dem Netz ziehen zu dürfen. Statt Künstler zu ermutigen, doch unter freien Lizenzen zu veröffentlichen, statt ihre Seelen, Erstgeborenen, und Erben an die, mal wieder, im Sterben liegende Contentindustrie zu verschachern, sehen wir im Wahlwerbespot Bernd: Angestellter zum Urheberrecht. Sofern Bernd nicht Toningenieur beim Kraftfuttermischwerk ist, nehme ich ihm sein Interesse für notleidende Künstler nicht wirklich ab. Vielmehr, dass sein schmales Softwareentwickergehalt keinen Platz für Kultur lässt und er daher Drittquellen bevorzugt.
Grüne
Bleiben die Hippies. Wie im Wirbel um die Piraten schon des öfteren offensichtlich beleidigt angemerkt wurde, haben die Piraten der Bürger- und Netzrechtslinie der Grünen nicht viel hinzuzufügen. Aus Zufall, oder dank geschickter Lobbyarbeit, sind die Grünen auch ohne die Expertendichte der Piraten auf annehmbaren Positionen gelandet. Gut, ihnen sind ein paar Abgeordnete in der Zensurabstimmung ausgerutscht. Was allerdings eher daran lag, dass alle glaubten, es sei offensichtlich, dass sich die Grünen geschlossen gegen eine Zensurinfrastuktur stellen würden. Konnte ja keiner ahnen, dass einige Abgeordnete in Sachen Gegenwartsabstinenz gut mit den Regierungsparteien mithalten können. Dann ist da noch die Sache mit der unglaublich wenig zuende (oder gar über den ersten Meter weiter) gedachten Kulturflatrate, die allerdings derart utopisch ist dass keine Gefahr davon ausgeht. Und die stellenweise grassierende Forschungs- und Technikfeindlichkeit, etwa zur Gentechnikfrage, die mir stark von konservativ-christlichen Kreisen bestimmt scheint. Dem steht natürlich positiv gegenüber, dass die Grünen innerlich derart heterogen sind, dass extremere Positionen sowieso niemals bis zur praktischen Umsetzung kommen werden. Und natürlich werden sie ihren eventuellen Koalitionspartnern nicht allzu sehr im Weg stehen. Insgesamt also brauchbares Füllmaterial, das vielleicht einige gute Ideen zur Diskussion bringt (auch, weil ich davon ausgehe, dass die Piraten knapp unter der 5%-Hürde landen werden und man schnellstens ihr Programm kopieren wird, um keinen weiteren Anlass zu geben, sie evtl. über 5% zu wählen). Es scheint mir recht sicher, dass die Grünen in einer Koalition mitregieren werden, mal sehen was grüne Umwelt-, Familien- oder gar Innenminister zu bieten haben.

Und die Erststimme? Abgeordnetenwatch meint, Jürgen Trittin würde in Göttingen antreten (wusste ich nicht). Außerdem schneidet er in deren Wahlcheck am besten ab… außerdem fürchte ich Repressalien eines Mitbewohners, sollte ich für jemand anderen stimmen.

Nachdem der FDP offensichtlich die seltene Anwesenheit von Silvana Koch-Mehrin derart peinlich ist, dass sie schon zwei fake-Twitter-Accounts (@heinrich_boell und @HeinrichBoell) einrichten musste, um die Grünen davon abzuhalten, das noch breiter zu treten, habe ich ein paar Scripte zusammengestöpselt um die Anwesenheitsstatistiken für alle deutschen Abgeordneten in eine Tabelle zusammenzutragen.

Hier ist sie. Die Prozentualen Angaben sind aus dem Bericht übernommen. Lässt sich auch ausdrucken, falls ihr es einem Politiker zeigen wollt (dann allerdings die Option “mit Hintergrundfarben & Bildern” wählen).

Es war schon spät früh, daher kann ich bei den Parteizugehörigkeiten durcheinander gekommen sein. Die Parteilogos sind wirklich filigran.

Nachdem ich aus purer Langeweile ein Wordpress-Plugin geschrieben habe, mit dem sich Kommentare malen lassen (mit der Maus wird es natürlich eher hässlich), fand sich unglaublicher weise eine Interessentin für dieses völlig sinnlose Feature. Nachdem sie mich erinnert hat, dass ich tatsächlich immer noch ein Blog betreibe, und das Krakel-Script nicht in vorsintflutlichen Firefox-Versionen (und sonst auch nirgendwo) funktionierte, darf ich hiermit freudigst vermelden dass es nun auch fast in Firefox 2 funktioniert. Leider werden die gemalten Kommentare nicht in der korrekten Größe dargestellt, und ich weiß auch nicht wirklich, wie ich dieses Problem ohne feste Größen vorzugeben lösen soll…

Und das wirklich interessante ist, ohne besondere Anstrengung meinerseits, fast, als würden sich zwei Browser-Implementierungen mal einig sein, funktioniert das ganze auch in Opera 9.6beta. Zumindest bis man versucht den zweiten Strich zu ziehen, dann gibt es einen erbärmlichen Segmentation fault. Aber trotz dieser Peinlichkeit ist Opera mittlerweile ziemlich sympathisch geworden, fast könnte man es verwenden…

Die haben wohl gerade Probleme. Kundendaten bei Rapidshare und die Website sieht auch vertrauenswürdig aus:

$ curl -i http://www.hdfcbank.com/
HTTP/1.1 200 OK
Date: Fri, 08 Aug 2008 14:15:09 GMT
Server: Microsoft-IIS/6.0
X-Powered-By: ASP.NET
Content-Length: 577
Content-Type: text/html
Set-Cookie: ASPSESSIONIDAADAAAAS=LACNHPKBPFPNJOPDEMIJDHCB; path=/
Cache-control: private

<script language="javascript" src="/common/js/default.js"></script>
<table>
<tr><td><a href="http://www.hdfcbank.com/personal/default.htm">http://www.hdfcbank.com/personal/default.htm</a></td></tr>
<tr><td><a href="http://www.hdfcbank.com/wholesale/default.htm">http://www.hdfcbank.com/wholesale/default.htm</a></td></tr>
<tr><td><a href="http://www.hdfcbank.com/nri/default.htm">http://www.hdfcbank.com/nri/default.htm</a></td></tr>
<tr><td><a href="http://www.hdfcbank.com/common/sitemap.htm">http://www.hdfcbank.com/common/sitemap.htm</a></td></tr>
</table>

Also überladen ist sie zumindest nicht…

via fefe

Schon was länger her, aber: Herr ZAF erhört mich! und veröffentlicht von nun an seine ökostalinistische Propaganda auch in netzkompatibler Form. Das ist volksnah, endlich verstehen alle worum es geht. So macht man das.

Antizensur-Katzenpropaganda.

Das Mal-Kommentarplugin sollte jetzt weniger verpixelte Bilder produzieren. Aber ohne Tablet ist es natürlich nur halb so lustig…

Stell dir vor es ist SysAdminDay und keiner ist online… Fast hätte ich’s vergessen (also, eigentlich habe ich es vergessen, aber bei heise war jemandem langweilig).

Also, danke fürs freundliche Hosting, Beantwortung blöder Fragen und Nachinstallation sinnloser Software, Christoph und Jochen, möge eure uptime mal dreistellig werden.

Oh, das ist aber peinlich: auf der SysAdminDay-Website finden sich mehrere HTML-Kommentare der Form <!------->. Die Falle daran ist, dass dies laut SGML nur einen Kommentar-Anfang markiert (oder das Ende, abwechselnd), denn die Anzahl der - ist ungerade. Folglich fehlen auf der Website die Links zu Delicious, Furl und Reddit. Beeindruckend, dass der aktuelle Firefox das richtig parst, denn meistens wird schlicht <!-- als Start- und --> als Endtoken gelesen (in HTML ist es aber eigentlich eine SGML-Definition, die mit <! und > eingeschlossen ist, und darin ein SGML-Kommentar zwischen -- und --).

Zwei (nun ehemalige) Mitkollegiaten haben als Kunst-Facharbeit einen utopischen Kurzfilm gedreht, wobei kurz relativ ist, der Film dauert eine ganze Stunde und hat sogar noch Handlung!

Wir verhandeln gerade über eine Freigabe unter Creative Commons-Lizenz, demnächst auf diesem Server bzw. im P2P-Netz Ihres Vertrauens.

Übersicht von Europea.

Songbird ist mir schon früher untergekommen, damals allerdings nach bereits 20 Minuten von der Platte geflogen weil es völlig unbedienbar war. Also heute ein neuer Versuch.

Die Website meint Play Music. Play the Web. Songbird is a highly customizable alternative to traditional desktop media players., was in der Theorie nett klingt, allerdings in der Praxis nicht bestehen kann. Es gibt zwar eine stattliche Menge an Extensions (einige davon von Firefox bekannt, immerhin verwenden beide die Gecko-Plattform), allerdings sind die meisten, die ich ausprobiert habe entweder wertlos, unbenutzbar langsam, oder verschwenden deutlich zu viel Platz auf den Bildschirm. Leider fehlen ohne die Extensions einige Features, die jede andere Library/Player-Anwendung unter Linux eigentlich von Haus aus mitbringt, etwa: nennenswerte Unterstützung für Albumcover (ja, braucht kein Mensch) und Audioscrobbler, eine einfache Queue-Funktion, Freigabe via UPnP oder DAAP, etc…

Und während sich Firefox mittlerweile gut in die restliche GTK+-Landschaft einpasst, kommt Songbird mit einem tiefschwarzen Skin daher, Alternativen gibt es leider keine, die anderen Skins sind, wie man es von Firefox schon kennt, nicht immer kompatibel mit den Extensions und sehen im allgemeinen noch hässlicher aus.

Und der Knaller kommt zum Schluss — top meint:

VIRT RES SHR %CPU %MEM TIME COMMAND
766m 544m 32m 39.9 26.9 9:05.22 songbird
608m 66m 13m 23.6 3.3 16:58.42 Xorg
219m 75m 22m 5.7 3.7 0:39.30 rhythmbox
42k 10m 7k 1.0 0.5 0:02.44 rhythmbox-metad
423m 207m 32m 5.0 10.3 32:45.66 firefox

Und dabei hat songbird nichtmal etwas getan! Scheinbar kommt die hohe Belastung des X-Servers durch irgendwelche sinnlosen Animationen. Zum Vergleich mein alter-neuer Player rhythmbox (hat viele Schwächen, ist aber immernoch der Beste. Amarok kommt nicht ins Haus, ist Qt.) und eine firefox-Instanz mit 20 offenen Tabs.

Fazit: Das wars, mal wieder, Songbird. Vielleicht sollten die Entwickler etwas mehr Zeit mit der eigentlichen Entwicklung, weniger mit dem Design der Oberfläche und pupsender Vögel verbringen… Wir sehen uns dann in einem halben Jahr wieder.

Die Grüne Jugend demonstriert in ihrer aktuellen Pressemitteilung Noten und Mehrgliedrigkeit abschaffen! den Fehlschlag des aktuellen Schulsystems mit einem begrüßenswerten Maß an Selbstironie:

Individuelle Leistung, kann nicht in ein System von 1 bis 6 gepresst werden.

Klar ist es kleinkariert Kommafehler zu kritisieren, aber es macht irgendwie schon Spaß. Und ansonsten haben sie ja auch Recht…

Außerdem sei die Schadenfreude hier erlaubt, immerhin schaffen sie es in anderen Fällen auch, siehe folgende Zitate aus der liste-ff-schwulesben, die kein Webarchiv hat:

Vorstandsmitglied an Originalautor: Habe mir die Freiheit genommen deinen PM- Vorschlag leicht zu überarbeiten.

Womit allerdings keine Rechtschreibkorrektur gemeint war, sondern bedeutete, diesen bemerkenswert undifferenzierten Satz einzubauen:

Heutzutage wird in homosexuellen Milieus versträkt [sic!] Fremdenhass, Islamophobie und Antisemitismus zur Schau gestellt.

Aber mittlerweile ist er wieder verschwunden, und das Thema sowieso nicht mehr aktuell.

Was mich an diesen Beispielen nur wundert, ist, welch geringem Maß an Kontrolle die Aktionen des Vorstandes einer doch so basisdemokratischen Veranstaltung wie der Grünen Jugend unterworfen sind…

Das Gengo-Plugin für WordPress behauptet mehrsprachiges Bloggen zu unterstützen, was ich mit diesen vollends inhaltsleeren Post ausprobieren werde. In English und Deutsch. Wahnsinn.